Wir brauchen einen neuen Samtgemeindebürgermeister – und haben ihn im Samtgemeinderat gefunden

Mathias Hartlef (51), verheirateter Vater einer 11-jährigen Tochter, wohnt in Schwinge und stellt sich als einziger Kandidat der Wahl zum Nachfolger von Ralf Handelsmann als Samtgemeindebürgermeister. Einerseits schade für uns als Wähler, dass es nicht mehr Interessenten für das Amt gegeben hat. Andererseits kommt Matthias Hartlef mit einer Kompetenz ins Rathaus, die andere Bewerber abgeschreckt haben mag.

Sein beruflicher Aufstieg bei der Stadt Stade begann 1990 nach erfolgreicher Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Zurzeit ist er in Stade Betriebsleiter des Gebäudebewirtschaftungsbetriebs und stellvertretender Fachbereichsleiter Finanzen und Beteiligungen.

Durch seine Mitgliedschaft im Samtgemeinderat als parteiloses Mitglied in der CDU/FDP-Gruppe hat er einen Einblick in die politische Landschaft und das Handeln der Verwaltung in Fredenbeck bekommen, so dass Matthias Hartlef weiß, wo er für Entwicklung und Veränderung ansetzen muss.

Als Ausgleich für die beruflichen Anspannung bewegt er sich gerne in der Natur, früher mehr zum Angeln, heute geht er gerne auf die Jagd.

Seine Schwerpunktthemen sind:

  • Umwelt, Klimaschutz und Energie
  • Starke Heimat – hohe Lebensqualität
  • Nachhaltige Bildung
  • Lebendige Vereine und vielfältige Sportangebote
  • Bürgerfreundliche, leistungsstarke und kompetente Verwaltung
  • Moderne und zeitgerechte Infrastruktur
  • Solide Finanzen und eine stabile Wirtschaft

Durch die Unterstützung von SPD, CDU, FWG und FDP ist seine Wahl sicher, weil es keine Mindestwahlbeteiligung (Quorum) mehr gibt. Obwohl für die Zulassung zur Wahl die Zustimmung der Parteien reichen würde, hat er trotzdem Stimmen von Wahlberechtigten als Unterstützung gesammelt. Das kann ein Zeichen dafür sein, dass er mit seiner Ankündigung „Zielgerichtetes Zusammenspiel von Politik und Bürger*innen“ Hürden abbauen will. Wir werden darauf achten, dass er auch die Verwaltung in dieses „Spiel“ einbindet.

Warten wir ab, wie Matthias Hartlef den Spagat zwischen politischem Vertreter der Samtgemeinde und als Chef der Verwaltung meistert. Unser Vertrauen hat er. Geben Sie ihm einen Vertrauensvorschuss und Ihre Stimme.

Erschienen im Stader Tageblatt am 27.08.2021
Von Daniel Beneke

FREDENBECK. Der Ausbau der Grundschule Fredenbeck als Ganztagsschule ist beschlossen. Für die Grundschule Mulsum/Kutenholz steht eine Entscheidung noch aus. Die Unsicherheit bei vielen Eltern ist groß. Etwas mehr Klarheit brachte eine Veranstaltung der CDU.

Landesweit werde der Ausbau der Ganztagsbildung forciert, sagte Landratskandidat Kai Seefried, langjähriger schulpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Kreisweit seien bereits fast alle weiterführenden Schulen im Ganztagsbetrieb angekommen. Der Bedarf bei den Eltern nach verlässlichen Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie steige. Während in den Kindertagesstätten eine Betreuung bis in den Nachmittag hinein längst die Regel sei, könnten sich Eltern darauf bei den Grundschulen bisher nicht verlassen.

Das Land investiere 340 Millionen Euro im Jahr in Ganztagsschulen. Während das Land die Lehrkräfte und Sozialarbeiter stellen müsse, sei der Schulträger – in diesem Fall die Samtgemeinde Fredenbeck – für die räumliche Ausstattung zuständig. Die Bundesregierung habe einen Rechtsanspruch für Ganztagsgrundschulen ab 2026 auf den Weg gebracht, der Bundesrat habe dem Gesetzentwurf aber nicht zugestimmt. Dennoch war Seefried sicher, dass der Trend in Richtung Ganztagsschule anhalte: „Wir müssen heute die Weichen dafür stellen.“ Er riet dazu, Vereine und Initiativen in die Nachmittagsangebote einzubinden, um keine Konkurrenz zu schaffen.
Anbau wäre ohnehin nötig gewesen

Samtgemeinderatsmitglied und Samtgemeindebürgermeisterkandidat Matthias Hartlef (parteilos) erinnerte an die 2016 vom damaligen Fredenbecker Grundschulrektor Uwe Alack angeschobene Diskussion mit Eltern, Lehrern und Politik. Eine Arbeitsgruppe habe andere Ganztagsschulen besucht, ein Planer sei eingebunden worden. 2018 habe der Rat den Beschluss gefasst, die Grundschule zur teilgebundenen Ganztagsschule auszubauen. Ein Anbau wäre aufgrund steigender Schülerzahlen ohnehin notwendig gewesen. 2019 beschloss der Rat den Anbau, Investitionen von 3,3 Millionen Euro seien dafür bis 2023 eingeplant. Wie hoch etwaige Förderungen von Bund oder Land sind, sei noch nicht absehbar. Das pädagogische Konzept sei ebenfalls noch in Arbeit.

2023 soll der Ganztagsschulbetrieb starten – verpflichtend an mindestens zwei Tagen. Diese Verlässlichkeit für die Eltern sei wichtig, damit sie ihre Berufstätigkeit planen können, sagte Samtgemeinderatsmitglied Jörg Müller. Den Kindern könne ein spannendes Nachmittagsangebot beschert werden – etwa mit Programm aus den Bereichen Sport, Sprachen, Musik, Kunst und Handwerk. Der Kreativität seien keine Grenzen gesetzt – sofern sich Kooperationspartner fänden.

Der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Frank Havemann (CDU) sagte, der Ganztagsschulbetrieb ermögliche es, die Interessen und Neigungen der Kinder durch mehr Zeit stärker herauszustellen. Der Unterricht werde entzerrt, die Mädchen und Jungen könnten individuell gefördert werden. Es gebe mehr Ruhe- und Erholungsphasen. Soziale Kompetenzen würden gestärkt, das Verhältnis zu den Lehrkräften verbessert.
Mittagsversorgung muss noch geklärt werden

Noch geklärt werden müsse die Mittagsversorgung, mahnte Kindertagesstätten-Elternvertreter Sascha Danielzik an. Klar sei, dass die Eltern die Kosten tragen müssten – wie in den Kindertagesstätten auch. Der Elternvertreter kritisierte, dass die Eltern seitens der Verwaltung in den vergangenen Jahren nicht nach ihren Wünschen und Bedarfen gefragt worden seien. Er unterstützte den auch von anderen Eltern in der Veranstaltung geäußerten Vorschlag, einen Fragebogen an die Betroffenen zu versenden.

Ein Informationsdefizit machte auch Kindertagesstätten-Elternvertreterin Kim Koch aus. Viele Eltern fühlten sich nicht mitgenommen, seien überrascht von den Beschlüssen der Politik. Die Verwaltung habe die Entwicklung zu wenig kommuniziert. Es gebe „große Bedenken“ bei den Eltern. Buskinder seien im Ganztagsschulbetrieb nicht vor 17 Uhr zu Hause. „Das ist schon ein sehr langer Tag für so junge Kinder“, sagte Koch. Sie sprach sich dafür aus, dass die Eltern frei entscheiden können, ob ihr Kind am Ganztagsunterricht teilnehmen soll oder nicht. „Diese Frage ist emotional stark belastet.“

Die Pädagogen seien einhellig für den Ganztagsbetrieb, entgegnete Matthias Hartlef: „Wir verlassen uns auf die Experten.“ Grundschul-Elternvertreter Tjorben Wigger sagte, er sei überzeugt von den Plänen für die teilgebundene Ganztagsschule.

Die vom CDU-Ratsherrn Marcel von der Lieth moderierte Veranstaltung ist online abrufbar: www.cdu-fredenbeck.de

Matthias Hartlef, bislang einziger Kandidat für das Amt des Fredenbecker Samtgemeinde-Bürgermeisters, führt Corona-bedingt keinen Haustürwahlkampf. In den vergangenen Wochen war er mit der SPD auf Fahrradtour durch die Gemeinde Fredenbeck, hat sich mit mehreren Vereinen und Ortsgemeinschaften getroffen und begleitet nächste Woche Kai Seefried (CDU) auf seiner Ehrenamtstour durch die Samtgemeinde Fredenbeck. Wer Matthias Hartlef kennenlernen möchte, kann über die Internetseite www.matthiashartlef.de mit ihm in Kontakt treten. Dort sind auch seine Ziele für die Samtgemeinde Fredenbeck nachzulesen.

Erschienen am 17. August 2021 im Stader Tageblatt

FREDENBECK. Er will neuer Chef im Rathaus der Samtgemeinde Fredenbeck werden: Matthias Hartlef ist einziger Bewerber um das Amt des Samtgemeindebürgermeisters. Im Interview mit TAGEBLATT-Redakteur Daniel Beneke spricht er über die Pläne für seine Amtszeit.

TAGEBLATT: Was ist Ihr Lieblingsplatz in der Samtgemeinde?

Hartlef: Mein Lieblingsplatz ist im Schwingetal auf meinem Hochsitz „Dix sien Busch“ in der Nähe des Flusslaufes der Schwinge. Besonders in den Stunden, wenn der Tag erwacht und das Sonnenlicht sich im Morgentau auf den Wiesen spiegelt. Wenn sich dann noch der Duft der nassen Wiesen ausbreitet, ist es für mich ein totales Glücks- und Heimatgefühl.

Warum kandidieren Sie für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters?

Zur Samtgemeinde Fredenbeck als meine Heimatgemeinde fühle ich eine tiefe Verbundenheit. Als Samtgemeindebürgermeister möchte ich mich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass sich alle Menschen hier wohlfühlen können und wir sämtliche Chancen unserer Dörfergemeinschaft ergreifen. Kommunalpolitik ist Politik von Menschen mit Menschen für Menschen. In unserer Samtgemeinde sind so viele Menschen ansässig, die viel Zeit und Energie einsetzen, um andere Menschen zu unterstützen, ihnen zu helfen oder durch das zum Teil ehrenamtliche Engagement der Gemeinschaft eine lebenswerte, starke Heimat schaffen. Diese Menschen haben ein unglaubliches Potenzial, stecken voller Kreativität, Dynamik und haben einen Drang nach Entfaltung. Mein Antrieb zur Kandidatur ist es, dieses Engagement zu fördern und eventuell bürokratische Hindernisse durch ein zielgerichtetes Zusammenspiel von Bürgern und Verwaltung zu beseitigen. Meine über 34 Jahre lange Berufs- und Führungserfahrung in der öffentlichen Verwaltung bietet dafür eine hervorragende Grundlage.

Was ist die größte Stärke der Samtgemeinde?

Das Betreuungsangebot an Krippen- und Elementarplätzen im Bereich der Kindertagesstätten kann sich auch im landkreisweiten Vergleich wirklich sehen lassen. Die Weiterentwicklung des Betreuungsangebotes erfolgte klug und weitsichtig, so dass der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz in den letzten Jahren regelmäßig erfüllt werden konnte. Planungskosten für eine weitere Kita in Fredenbeck wurden im Haushalt 2021 bereits eingestellt. Für den Bereich der Hortbetreuung wird eine nachhaltige Verbesserung allerdings erst mit der Aufnahme des Ganztagsbetriebs der Grundschule Fredenbeck eintreten.

Was ist die größte Schwäche der Samtgemeinde?

Im Grunde die eigenständige Baulandentwicklung. In der Entwicklung samt Erschließung und Veräußerung von gemeindeeigenen Flächen liegt ein potenziell gutes Ertragsfeld. Der Gewinn aus der Veräußerung des überplanten und erschlossenen Baulandes verblieb in der Vergangenheit grundsätzlich beim Eigentümer oder Investor. Die Gemeinden können jedoch an dieser Bodenwertsteigerung in einem höheren Umfang auch selbst profitieren, wenn sie selbst die Baurechtsschaffung, Überplanung und Erschließung vornehmen und das Bauland dann an Dritte weiterveräußern. Der Veräußerungserlös kompensiert grundsätzlich nicht nur die Kosten der Baulandentwicklung, sondern führt zu Gewinnen, die für Folgekosten der Infrastruktur, etwa durch vermehrte Kita-Plätze etc. entstehen, verwendet werden können. Die Gemeinde Kutenholz hat vor kurzem diesen Weg eingeschlagen, der konsequent für alle Gemeinden gangbar wäre.

Wie wollen Sie die Verwaltung serviceorientierter und bürgerfreundlicher gestalten?

Für eine Kommunalverwaltung müssen immer die Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehen. Die Bürgerinnen und Bürger müssen Vertrauen in ihre Verwaltung haben. Das bedeutet, dass sie auf gut ausgebildete, bedarfsgerecht fortgebildete, motivierte und freundliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treffen, bei denen verlässlich ihre Anliegen kompetent und schnell abgearbeitet werden. Es ist auch eine Selbstverständlichkeit, dass man zurückruft und die Bürgerinnen und Bürger über die jeweiligen Sachstände in Kenntnis setzt. Effizienz und Bürgernähe sind die Merkmale einer serviceorientierten modernen Verwaltung. Heute wollen die Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Verwaltung einfach, sicher und schnell kommunizieren. Eine effiziente Verwaltung muss neben der klassischen persönlichen Beratung insbesondere digitale Behördengänge ermöglichen. Die Digitalisierung, die rechtlich größtenteils abgesichert ist, erfordert ein Umdenken in der öffentlichen Verwaltung. Vergleichbar mit den kommerziellen Angeboten im Internet erwarten die Bürgerinnen und Bürger auch von der Verwaltung unkomplizierte Kommunikation auf elek-tronischem Weg, hohe Reaktionsgeschwindigkeit, Status-Update-Mitteilungen und schnelle Bearbeitung. Bei anderen Dienstleistungen sind die Bürgerinnen und Bürger längst nicht mehr an Öffnungszeiten gebunden, sondern können die Dienste 24 Stunden am Tag in Anspruch nehmen. Da darf die Samtgemeinde Fredenbeck zukünftig keine Ausnahme mehr darstellen. Unter anderem werde ich bei einem Amtsantritt ein sogenanntes Ticketsystem installieren, das alle Bürgeranfragen bündelt, Zuständigkeiten klar definiert und den Anfragenden über den Sachstand bis zum Grad der Erledigung informiert.

Die Samtgemeinde Fredenbeck hat die niedrigsten Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen im Kreis Stade. Wie kann das besser werden?

Die Gewerbesteuer ist ein Bestandteil der öffentlichen Finanzierung und durch sie werden örtlich ansässige Unternehmen an der Finanzierung der Infrastruktur beteiligt. Gewerbesteuer zahlen erfolgreiche Unternehmen aufgrund ihrer Ertragskraft. Um die Wirtschaftskraft des Standortes zu stärken, brauchen die Unternehmen eine verlässliche und kompetente Kommunalverwaltung, die Standortdaten recherchiert, bei der Suche nach Kooperationspartnern unterstützt, zu Existenzgründungen berät und unterstützend nach geeigneten Fördermitteln und anderen Finanzierungsmöglichkeiten sucht, aber vor allen Dingen bei Genehmigungsverfahren berät, Kontakte herstellt, Gewerbeflächen ausreichend zur Verfügung stellt. Letztendlich als verlässlicher Partner vor Ort die Rahmenbedingungen setzen, die unsere heimische Wirtschaft stärken.

Alleine die geplanten Investitionen in Pflichtaufgaben wie Schulen und Feuerwehrhäuser binden gewaltige Summen in den kommenden Jahren. Wo bleibt da noch kreativer Gestaltungsspielraum?

Die Samtgemeinde Fredenbeck plant in den nächsten vier Jahren Investitionen in Höhe von über zehn Millionen Euro. Damit sind Kreditaufnahmen von insgesamt neun Millionen Euro verbunden. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase kann die Samtgemeinde die sich ergebenden Zinslasten tragen, und auch die Überschusssalden reichen aus, um die ordentliche Tilgung zu bedienen. Um kreativen Gestaltungsraum zu entwickeln, kann es sinnvoll sein, andere Finanzierungsmodelle zu entwickeln. Ich denke hier insbesondere an die schon erwähnte eigenständige Entwicklung von Bauland mit einer „Einpreisung“ der Folgekosten etwa für Kita und Schule und an die Möglichkeit, Hochbauten, insbesondere Feuerwehrhäuser, über sogenannte ÖPP-Modelle zu finanzieren. Hier muss man allerdings zwingend die Vorteilhaftigkeit gegenüber der konventionellen Realisierung in einer ganzheitlichen Betrachtung über den gesamten „Lebenszyklus“ der Immobilie vergleichen. Wobei es unter meiner Führung sowieso keine Investitionsentscheidung ab einer gewissen Größenordnung geben würde, ohne dynamische Wirtschaftlichkeitsberechnungen.

Wie haben Sie als Ratsmitglied in den vergangenen Jahren das politische Klima erlebt?

Durchweg positiv. Die Atmosphäre war durchgängig von einer konstruktiven Debattenkultur und gegenseitigem Respekt aller Ratsmitglieder geprägt. Alle zu treffenden Entscheidungen sind sachorientiert abgehandelt worden. Ein gutes Signal für ein gutes politisches Klima ist es doch auch, wenn Minderheiten im Samtgemeinderat durch Überzeugungskraft und Sachargumente Themen „durchdrücken“ können; und das ist ja mehr als einmal geschehen. Es darf nur um die Sache gehen und wer die besseren Argumente hat. Selbst die damaligen Diskussionen zu der Abschaffung von Straßenausbaubeiträgen, von denen ich eine Veranstaltung auf dem Saal der Niedersachsenschänke moderiert habe, waren überwiegend sachlich geprägt. Andererseits darf man als politisch Tätiger auch nicht zu mimosenhaft sein, wie heißt es so schön: „Wer die Hitze nicht verträgt, hat in der Küche nichts verloren!“

Bei der Diskussion um den neuen Feuerwehrstandort in Mulsum taten sich tiefe Gräben zwischen Feuerwehr und Verwaltung auf. Die Einsatzkräfte fühlen sich nicht ernstgenommen. Wie wollen Sie das Vertrauen der Einsatzkräfte zurückgewinnen?

Bei der fast einheitlichen Entscheidung mit 24 Ja-Stimmen zu zwei Nein-Stimmen bei einer Enthaltung, das Grundstück „Stader Straße“ zu priorisieren und das Grundstück „Zur Loge“ für den Bau eines neuen Feuerwehrhauses auszuschließen, wurden die Argumente der Mulsumer Einsatzkräfte gehört, bewertet und absolut ernstgenommen. Ich habe alle Pro- und Contra-Argumente gegeneinander abgewogen und festgestellt, dass der Standort „Stader Straße“ aufgrund der besseren Entwicklungsmöglichkeiten, der besseren Erreichbarkeit durch die Kreisstraße, die Verhinderung der Konflikte mit dem Sportverein und auch aus Steuerzahlersicht die bessere Alternative ist. Zugegeben, die Einsatzzeiten für den Bereich des Ortsteiles Mulsum in Richtung Kutenholz verschlechtern sich durch das um 550 Meter weiter von dem bisherigen Standort entfernte Grundstück „Stader Straße“. Allerdings sind die im Bedarfsplan erfassten potenziellen Gefahrenpunkte in kürzerer Zeit zu erreichen. Ich habe aus voller Überzeugung für den Standort „Stader Straße“ gestimmt. Inwieweit ich hier Vertrauen zurückgewinnen müsste, kann ich nicht beurteilen. Ich bin aber überzeugt davon, dass ich als ehemaliger aktiver Feuerwehrmann der Hansestadt Stade – Zug I Altstadt – und als langjähriger Leiter des Stader Ordnungsamtes, welches für die Ausstattung der Stader Wehren und den abwehrenden Brandschutz zuständig war, eine gute Voraussetzung mitbringe, vertrauensvoll und auf Augenhöhe mit den Kameradinnen und Kameraden zusammenzuarbeiten.

Was werden Sie an Ihrem bisherigen Job in der Stader Stadtverwaltung am meisten vermissen?

Mein Team mit stets unterstützenden Kolleginnen und Kollegen, aber auch meine Chefs, die mir große Entscheidungs- und Gestaltungsfreiräume gegeben haben. Der Hansestadt Stade und ihren Entscheiderinnen und Entscheidern habe ich eine Menge zu verdanken; das werde ich nicht vergessen. Es gibt genau ein einziges Amt, was mich mehr reizt als alle erdenklichen Positionen bei der Hansestadt Stade, und das ist das Amt des Samtgemeindebürgermeisters in meiner Heimat Fredenbeck.

Welche Amtshandlung möchten Sie an Ihrem ersten Arbeitstag umsetzen?

Als Erstes möchte ich natürlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennenlernen und ihnen meine Erwartungshaltung mitteilen, die Bedürfnisse der Bürgerinnen und der Bürger in den Mittelpunkt zu stellen. Das Anschieben meines bereits erwähnten „Ticketsystems“, welches Bürgeranfragen bündelt und den Anfragenden über die Zuständigkeit und den jeweiligen Sachstand bis zum Grad der Erledigung informiert, ist eine meiner ersten Amtshandlungen.

Zur Person

Matthias Hartlef (Jahrgang 1970) lebt seit 2001 in Schwinge. Zusammen mit seiner Frau Claudia hat er eine Tochter. Aufgewachsen ist der Kandidat in Stade als Sohn eines Bahnbeamten und einer Sekretärin – in einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus. Seit 2016 sitzt er als Parteiloser in der CDU-Fraktion im Rat der Samtgemeinde Fredenbeck. Er ist ein Kind der Verwaltung. Im Stader Rathaus ist er Betriebsleiter des Gebäudebewirtschaftungsbetriebs und stellvertretender Fachbereichsleiter für Finanzen und Beteiligungen.

Fredenbecker FDP eröffnet Diskussion vor Kommunalwahl – Bürgermeisterkandidat sieht keine Mehrheit

Erschienen am 7. August 2021 im Stader Tageblatt

Von Daniel Beneke

FREDENBECK. Die FDP hat die Diskussion eröffnet: Die Liberalen regen an, aus der Samtgemeinde Fredenbeck eine Einheitsgemeinde zu machen. Der Vorstoß kommt durchaus überraschend. In den vergangenen Jahren spielte das Thema in den politischen Gremien keine Rolle. Das könnte sich nun ändern, wenn die Freien Demokraten den Einzug in die Räte schaffen. Ein Stimmungsbild.

Die Umwandlung der Samtgemeinde in eine Einheitsgemeinde ist aus meiner Sicht besonders wichtig“, umreißt FDP-Frontmann Klaus Busacker eine zentrale Forderung der Fredenbecker Liberalen für die kommen de Legislaturperiode. So könnten Doppelstrukturen abgebaut und Synergien genutzt werden, sagt er.
Bei der CDU, mit der die FDP in Person ihres aktuell einzigen Ratsherrn Busacker zurzeit im Rat der Samtgemein de eine Gruppe bildet, fällt die Reaktion auf dessen Vorstoß gemischt aus. ,,Eine Einheitsgemeinde bietet Vor­ und Nachteile“, weiß der CDU­Samtgemeindeverbandsvorsitzende Gerhard Behrmann. ,,Es ist immer eine Frage der Sichtweise.“ Die finanziellen Aspete stünden auf der Pro -Seite, die fehlende Bürgernähe auf der Kontra-Seite .
„Die jetzigen Räte würden dem nicht zustimmen“, sagt Behrmann. Doch nach der Kommunalwahl könnte die Stimmung eine andere sein, das Thema müsse dann neu diskutiert werden. ,,Es wäre falsch , wenn die jetzigen Ratsmitglieder den neuen Ratsmitgliedern da vorgreifen würden.“
Besonders euphorisch ist Behrmann jedoch nicht. Schon jetzt übernehme die Samtgemeinde viele Aufgaben für die Mitgliedsgemeinden , etwa im Bereich der Kinderbetreuung. Das bringe einheitliche Gebühren- und Qualitätsstandards. Große Einsparpotenziale bringe eine Einheitsgemeinde hier aber nicht. Es würde sich nicht viel verändern, sagt der CDU-Chef. Behrmann schwebt eher eine Kooperation zwischen benachbarten Samtgemeinden vor, zum Beispiel in den Bereichen Datenverarbeitung und Arbeitsschutz.
„Ich bin immer noch für eine Einheitsgemeinde“, sagt der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Rat der Samtgemeinde Fredenbeck und Bürgermeister der Gemeinde Fredenbeck, Hans-Ulrich Schumacher. „Ich stehe dem positiv gegenüber.“ Gleichwohl sehe er dafür aktuell keine politischen Mehrheiten. Er rech ne nicht mit einer neuen Diskussion.
Grundsätzlich könne sie dem Gedanken an eine Einheitsgemeinde durchaus etwas abgewinnen, sagt Grünen-Ratsfrau Elke Weh. Aber das Thema gehöre nicht in den Wahlkampf: ,,Das macht keinen Sinn.“ Eine Diskussion über die Bildung einer Einheitsgemeinde müsse „in Ruhe wachsen“, es bedürfe Infoveranstaltungen für Politik und Öffentlichkeit. ,,Wir müssen die Bürger mitnehmen“, betont Weh. Die Grünen wollen das Thema nicht in den Wahlkampf ziehen.
„Es spricht vieles dafür“, sagt Ratsherr Rolf Helmecke von der Freien Wählergemeinschaft „Pro Bürger“. Sein Wunsch: ,,Lasst uns das Thema mal aufnehmen.“
Fredenbecks Samtgemeindebürgermeister Ralf Handelsmann, der bei der Kommunalwahl im Herbst nicht mehr antritt, möchte die Diskussion dieser Frage seinem Nachfolger und den neu gewählten Räten überlassen. Dem Vernehmen nach hatte er vor ein paar Jahren bereits einen Vorstoß gewagt, mit den Räten und Fraktionen über das Thema Einheitsgemeinde zu reden, was jedoch in der Politik auf wenig Gegenliebe stieß.
Der einzige Kandidat um die Nachfolge Handelsmanns als Verwaltungschef, Matthias Hartlef (parteilos), hat eine klare Position: ,,Ich bin ein großer Befürworter der Einheitsgemeinde“, erklärt er auf Nachfrage. Gleichsam sehe er „im Moment keine Mehrheiten für die Umsetzung“. Große Vorteile sieht Hartlef in einer Steigerung der Effizienz und Transparenz der politischen Entscheidungsfindung. So werde durch weniger Räte der Beratungs- und Abstimmungsaufwand reduziert, und die eingesparten Sitzungsgelder und Aufwandsentschädigungen könnten Spielräume für andere Aufgaben schaffen. Innerhalb der Verwaltung müsse weniger Zeit etwa für die Aufstellung mehrerer Haushaltspläne aufgewandt werden. Die frei werdende Zeit könnte genutzt werden, um die teilweise seit Jahren fehlenden Jahresabschlüsse aufzuarbeiten.
Ein weiterer Vorteil sei, dass gleiche Bedingungen für alle Einwohner sowie die örtlichen Vereine geschaffen werden. Gleiches Satzungsrecht fördere den Gerechtigkeitsgedanken. So sei es aktuell schwer zu vermitteln, dass in den Gemeinden Fredenbcck , Wedel und Schwinge Straßenausbaubeiträge zu zahlen sind und die Deinster, Helmster , Mulsumer, Kutenholzer, Asper und Esseler Bürger von der Zahlung von Straßenausbaubeiträgen befreit werden, sagt Hartlef.
Bei der Bauleitplanung wäre der Vorteil, dass dann die Planungshoheit mit Flächennutzungsplan und Bebauungsplänen bei der Einheitsgemeinde liegen würde und nicht wie jetzt die Zuständigkeit der Samtgemeinde für den Flächennutzungsplan und die Zuständigkeit für die Bebauungspläne bei den Gemeinden besteht.
Hartlef resümiert: ,,Die Bedenken, dass die politische Selbstbestimmung in den einzelnen Dörfern leiden könnte, kann ich nachvollziehen, halte sie aber für überwiegend unbegründet.“

Erschienen am 6. April 2021 im Stader Tageblatt

von Daniel Beneke

FREDENBECK. Der bisher einzige Kandidat für das Amt des Bürgermeisters in der Samtgemeinde Fredenbeck, Matthias Hartlef, wollte mit voller Kraft seinen Wahlkampf starten. Doch die steigenden Infektionszahlen machen ihm einen Strich durch die Rechnung. Weiterlesen

Das Infoblatt der CDU Fredenbeck ist erschienen.
Hier finden Sie den Achtseiter zum Download.

„Kommunalpolitik ist Politik von Menschen mit Menschen für Menschen“ so der Bürgermeisterkandidat Matthias Hartlef, der von einem breiten Parteienbündnis bei der Samtgemeindebürgermeisterwahl am 12.09.2021 unterstützt wird. Matthias Hartlef ist 50 Jahre alt und lebt seit 2001 in Schwinge. Weiterlesen

Erschienen am 4. November 2020 im Stader Wochenblatt

Matthias Hartlef aus Schwinge ist bisher einziger Kandidat für den Posten

sb. Fredenbeck. „Ich möchte neuer Samtgemeinde-Bürgermeister von Fredenbeck werden“, sagt Matthias Hartlef (50). Unterstützung erhält er dabei von nahezu allen Fraktionen, lediglich die Grünen zeigen sich eher verhalten als enthusiastisch. Wie bei der Wahl des noch amtierenden Samtgemeinde-Bürgermelsters Ralf Handelsmann vor sechs Jahren gibt es bisher keinen Gegenkandidaten. Weiterlesen

Erschienen am 31. Oktober 2020 im Stader Tageblatt

von Daniel Beneke

FREDENBECK. ,,Ich möchte Bürgermeister der Samtgemeinde Fredenbeck werden‘‘, sagt der Verwaltungsbeamte Matthias Hartlef. Aktuell leitet er die Gebäudewirtschaft der Hansestadt Stade und sitzt als parteiloser Ratsherr in der CDU-Fraktion im Rat der Samtgemeinde Fredenbeck. Weiterlesen